Frau sitzt vor Laptop und führt das Meeting souverän durch, nachdem sie alte Konflikte im Job gelöst hat.

Wenn Meetings zum Albtraum werden: Der wahre Grund für deine Wut

Stell dir vor, du gehst entspannt in jedes Meeting. Du hörst gelassen zu, auch wenn Kritik kommt. Du diskutierst gerne und gibst auch mal Kontra. Und du gehst gerne zur Arbeit. 

Dafür brauchst du innere Sicherheit und Ruhe. 

Für Veronika war das lange undenkbar.

Sie saß im Meeting mit ihrer Vorgesetzten und spürte schon bei den ersten Sätzen, wie sich in ihr die Wut regte. Je länger ihre Chefin sprach, desto wütender und frustrierter wurde sie. Sie fühlte sich mit jedem Wort mehr im Stich gelassen. Als hätte jemand einen Schalter umgelegt.

„Meine Chefin sieht mich überhaupt nicht. Sie versteht nicht, was ich tue. Und sie kann nicht einschätzen, was das gerade für mich bedeutet.“

Veronika stand manchmal sogar auf und verließ den Raum, damit die anderen ihre Tränen nicht sehen. Danach saß sie am Schreibtisch und hasste sich für ihre unkontrollierte Reaktion. Sie wollte endlich ihre Konflikte lösen, ohne sich ständig schuldig zu fühlen.

Was sie nicht wusste: Klassisches Konfliktmanagement setzt oft am falschen Punkt an. Es war nicht ihre Schuld, dass sie so reagierte. Und es ist auch nicht deine.

Inhalt:

  1. 14-Stunden-Tage und die Angst vor der nächsten Explosion
  2. Der biologische Grund für deine Wutausbrüche
  3. Die Entdeckung: Es ging nie um die Chefin
  4. Veronikas Veränderung: Wie sie Konflikte anders löste
  5. Der erste Schritt aus dem Wut-Kreislauf

1. 14-Stunden-Tage und die Angst vor der nächsten Explosion

Als Veronika zu mir kam, war sie am Ende. Sie war überlastet, schlief nachts kaum und aß zu viel Süßes. Dazu kamen Verspannungen im Nacken und ständige Kopfschmerzen.

Sie arbeitete 14-16 Stunden am Tag und kam nicht mehr zur Ruhe. Sie hasste ihren Job fühlte sich „innerlich zerbröselt“.

Aber das Schlimmste war nicht die Erschöpfung, sondern dass sie nicht wusste, wann die Wut wieder kochkocht. Die Sorge, dass die ganze Wut aus ihr herausbricht, war ihr ständiger Begleiter. Und sie fühlte sich hilflos, weil sie nicht gegensteuern konnte. Es passierte einfach mit ihr.

Die Meetings mit der Chefin waren inzwischen ein rotes Tuch für sie. Da reichte ein Satz oder ein kritischer Blick und es passierte wieder. Manchmal dachte sie: „Ich ziehe mich zurück, dann passiert nichts.“ Aber auch das half nicht.

Und eigentlich wollte sie nur ihren Frieden. Sich nicht mehr rechtfertigen und erklären müssen. Gesehen werden.

Sie sagte: „Jetzt wird es Zeit. Ich muss was tun.“

2. Der biologische Grund für deine Wutausbrüche

Diverse team of six professionals collaborating around a conference table with notebooks and a tablet in a bright room.

Im Konflikt gleicht dein Gehirn in Millisekunden ab: Kenne ich das? Habe ich das schon mal gespürt? Und wenn der Abgleich positiv ist, wird ein Schutzmuster aktiviert. In der Amygdala werden Wut oder Angst ausgelöst. Oder auch Ohnmacht, Starre. Dein Verstand kann gar nicht so schnell gegensteuern, wie dein Körper reagiert und deshalb hast du das Gefühl die Kontrolle zu verlieren.

Du hast also nicht versagt, weil das ein biologisch festgelegter Prozess ist.

Deshalb versagt traditionelles Konfliktmanagement oft. Klassische Konfliktbewältigungsstrategien und Kommunikationstrainings setzen im Kopf an. Die Reaktion entsteht aber im Körper und sie hat immer eine Geschichte.

Möglicherweise erkennst du dich in Veronika wieder: Du reagierst zu stark und denkst danach „Ich halte nichts aus“. Oder du hast Angst vor Konflikten und vermeidest sie komplett. Beides sind normale Reaktionen auf innere Konflikte, die oft älter sind als die aktuelle Situation.

3. Die Entdeckung: Es ging nie um die Chefin

Um Konflikte lösen zu können, darfst du verstehen, wo sie entstehen. Wenn wir nicht mit dem Kopf arbeiten, sondern mit dem Inneren, folgen wir den Impulsen, die da sein. Bei Veronika sind wir der Wut gefolgt. Dann der Hilflosigkeit und dem Gefühl, die Wut nicht stoppen zu können und ihr ausgeliefert zu sein.

Und während wir die Gefühle veränderten, tauchte ein für Veronika sehr bekanntes Gefühl auf.

Das Gefühl, nicht gesehen zu werden. Dass man kein wirkliches Interesse an ihr hat. Dass sie wartet und nie eine Antwort bekommt. Das Gefühl, sich erklären zu müssen. Und das war viel älter als die Situation mit der Chefin.

Die Chefin hatte dieses alte Gefühl ausgelöst, aber nicht verursacht. Sie hatte einen alten Trigger ausgelöst ohne es zu wissen oder zu wollen.

Als wir diese inneren Konflikte erkannten, verstand Veronika, warum herkömmliche Konfliktbewältigungsstrategien bei ihr nicht funktioniert hatten. Sie konnte sich nicht willentlich gegen etwas wehren, das schneller ist als jeder Gedanke. Solange das Wut-Muster im Körper gespeichert ist, reagiert er in entsprechenden Situationen immer wieder. Egal wie sehr sie sich vornimmt, ruhig zu bleiben.

4. Veronikas Veränderung: Wie Konflikte leicht wurden

Erfolgreiche Konfliktbewältigung braucht einen anderen Ansatz. Wir haben Veronikas Körper dabei unterstützt, eine neue Erfahrung zu machen. Mit der STABILEAD-Methode – einer Kombination aus dialogischer Hypnose und Havening-Technik – haben wir ihr Nervensystem unterstützt, die alte Wutreaktion und die Erfahrungen von Ohnmacht und Nicht-gesehen-werden wirklich loszulassen.

In einem Prozess von 6 Sitzungen lockerten sich die Nackenmuskeln, Veronika schlief immer besser. Sie fing an ruhig zu bleiben bei Konflikten. Erst wurden Meetings erträglicher und dann immer leichter. Veronika fing an, sich wieder aktiv an den Meetings zu beteiligen und es machte ihr sogar Freude, auch mal Kontra zu geben.

Und das alles war möglich, weil die alten Erfahrungen nicht mehr getriggert wurden. Wenn das Nervensystem sich beruhigt, verschwinden die Trigger.

5. Der erste Schritt aus dem Wut-Kreislauf

Es war nicht Veronikas Schuld. Und wenn es dir ähnlich geht wie Veronika, dann ist es auch nicht deine Schuld. Aber es ist deine Verantwortung, es zu verändern.

Veronika hat bewiesen, dass das geht. Und nach ihr viele andere meiner Klienten, die heute Konflikte gelassen lösen ohne wütend zu werden.

Wenn du dich in Veronika erkennst – in der Erschöpfung, in dem Gefühl dass es einfach mit dir passiert, in dem Wunsch endlich wieder schlafen zu können – dann gibt es einen Weg, das zu erreichen. Wenn du nach wirksamem Konfliktmanagment suchst, das nicht nur überdeckt, sondern an der Wurzel ansetzt.

Du kannst es verändern. Du kannst lernen, deine inneren Konflikte zu lösen und ruhig zu bleiben, auch wenn die Situation herausfordernd ist.

Wie,  das erfährst du im zweiten Blogartikel. Wenn du so lange nicht warten möchtest: Buch dir ein kostenloses Erstgespräch mit mir.

FAQ

Weil in Konflikten oft automatische emotionale Muster aktiviert werden, die schneller reagieren als dein Verstand. Deshalb reagierst du emotional, bevor du bewusst eingreifen kannst.

Kurzfristig kannst du dich regulieren und tief durchatmen oder innerlich Abstand gewinnen. Langfristig gelingt das erst stabil, wenn sich das zugrunde liegende emotionale Muster verändert.

Weil du in dem Moment, in dem du emotional reagierst, keinen stabilen Zugriff auf diese Techniken hast. Dein Verhalten wird dann automatisch gesteuert.

Weil dein System auf ein aktiviertes Muster reagiert. Das fühlt sich wie Kontrollverlust an, ist aber eine automatische Schutzreaktion.

Weil das emotionale Muster weiterhin aktiv ist und dein System versucht, die Situation zu verarbeiten und aufzulösen.

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DorotheeHildbrand